MPU-Vorbereitung wegen Alkohol
Bei einer Alkohol-MPU geht es nicht nur um deinen Promillewert. Der Gutachter prüft Trinkmuster, Toleranzentwicklung, Einsicht und nachweisbare Veränderung. Welche Hypothese in deinem Fall greift, entscheidet darüber, welche Nachweise du brauchst – und welche Strategie überhaupt Sinn ergibt.
Was wird beim Alkohol-Gutachten geprüft?
Der Gutachter rekonstruiert dein Trinkverhalten: Wie hat sich dein Konsum entwickelt? Welche Toleranz war an dem Tag im Verkehr nötig? Gibt es Hinweise auf eine längere Vorgeschichte? Bewertet werden vor allem:
- Trinkmuster und Häufigkeit über die letzten Jahre
- Toleranzentwicklung (BAK-Wert am Delikttag vs. äußeres Verhalten)
- Ehrliche Aufarbeitung von Ursachen und Auslösern
- Belegte Verhaltensänderung und Rückfallprophylaxe
Die drei Alkohol-Hypothesen (A1, A2, A3)
Welche Hypothese der Gutachter ansetzt, entscheidet über deinen kompletten Vorbereitungsweg. Die folgende Einordnung orientiert sich an den anerkannten Beurteilungskriterien – die finale Festlegung trifft immer der Gutachter selbst.
Typische Fehler im Alkohol-Fall
- Promille verharmlosen („das war ein Ausrutscher")
- Schuld auf Stress, Partner:in oder Umstände schieben
- Abstinenznachweise zu spät beginnen oder beim falschen Anbieter
- Kontrolliertes Trinken behaupten, ohne die Hypothese sauber zu klären
- Antworten aus Foren auswendig lernen statt eigene Aufarbeitung leisten
Häufige Fragen
Wie lange muss ich vor der Alkohol-MPU abstinent sein?
Das hängt von deiner Hypothese ab. Grobe Orientierung: A1 in der Regel 12–15 Monate, A2 in der Regel 6–12 Monate, A3 oft kontrolliertes Trinken möglich. Die exakte Dauer und Nachweisart klären wir im Einzelfall.
Reicht ein Hausarzt-Attest als Abstinenznachweis?
Nein. Für die MPU sind nur forensisch anerkannte Nachweise nach den CTU-Kriterien gültig – meist Urinscreenings oder Haaranalysen über zertifizierte Anbieter.
Was ist bei einer Promillegrenze über 1,6 ‰ wichtig?
Ein BAK ab 1,6 ‰ ohne erkennbare Ausfallerscheinungen ist ein starker Hinweis auf erhöhte Toleranz – und damit auf ein längeres, gefestigtes Trinkmuster. Das verändert in der Regel die Hypothese und die geforderten Nachweise.
Kann ich mit kontrolliertem Trinken in die MPU?
Nur, wenn die Hypothese das wirklich hergibt (in der Regel A3) und du deine Stabilität glaubwürdig begründen kannst. Bei A1 und A2 ist kontrolliertes Trinken kein realistischer Weg.
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Hinweis: Diese Einschätzung ersetzt keine Rechtsberatung, keine medizinische Diagnose und keine Garantie für ein MPU-Ergebnis. Sie dient der ersten Orientierung.